Finanzen

Risiko- & und Money-Management – was steckt dahinter?

Risiko-Management

Risikomanagement darf in keinem Werkzeugkasten eines ambitionierten Traders fehlen, da es die Voraussetzung für langfristige Profitabilität im Forex-Handel bildet. Als Trader verfolgt man das Ziel, profitable Situationen zu identifizieren. Diese zeichnen sich durch ein günstiges Chance-Risiko-Verhältnis aus.

Der Trading-Coach Van K. Tharp präsentiert in seinem Buch „Beruf: Trader“5 das Konzept der R-Vielfachen. R steht dabei für das einkalkulierte Risiko pro Trading-Position. Damit wird der Abstand vom Einstiegspunkt bis zum vordefinierten Stopp-Loss, also dem Ausstiegspunkt für den Fall, dass sich der Markt nicht wie erwartet entwickelt, beschrieben. Ist man etwa bereit 1 Prozent seines Trading-Kapitals pro Trade zu riskieren, so würde 1R eben 1 Prozent des Trading-Depots entsprechen. Tharp bewertet potenzielle Trades mit R-Vielfachen. Je höher das R-Vielfache, desto besser das Chance-Risiko-Verhältnis und desto eher sollte man den Trade auch tatsächlich eröffnen.

Das Chance-Risiko-Verhältnis bestimmt sich somit durch folgende Faktoren: Einstiegspunkt, geplanter Exit im positiven Szenario und Stop-Loss im negativen Szenario. Abhängig von der Trefferquote – eine geringere Trefferquote erfordert logischerweise ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis – kann somit ein minimales R bestimmt werden, um einen Trade einzugehen. Als Faustregel für das Forex-Trading kann angenommen werden, dass prinzipiell kein Trade mit einem R kleiner als 2 eingegangen werden sollte. Im Forex-Markt existieren einfach zu viele profitable Gelegenheiten um sein Trading-Kapital in ungünstigen Situationen zu verschwenden. Natürlich könnte auch argumentiert werden, dass bei sehr hoher Trefferquote – etwa über 80 Prozent – auch ein wesentlich geringeres Chance-Risiko-Verhältnis profitabel wäre. Allerdings erscheint es unrealistisch, von einem Trading-System mittel- bis langfristig eine derart hohe Trefferquote zu erwarten, weshalb man gut beraten ist, ein höheres Chance-Risiko-Verhältnis zu verlangen.

Der potenzielle Gewinn in einem Trade sollte somit mindestens doppelt so groß wie der potenzielle Verlust sein. Hierbei wird bereits deutlich, dass auch keine Position eröffnet werden sollte, wenn sich der Trader über Stopp und Exit keine Gedanken gemacht hat. Das ist unprofessionell und wird langfristig sehr wahrscheinlich zu Verlusten führen, da ohne eine klare Strategie gehandelt wird.

Das Risk of Ruin-Konzept basiert im Wesentlichen auf der mathematischen Gewissheit, dass höhere prozentuale Gewinne erforderlich sind, um einmal erlittene Verluste wieder wettzumachen. Etwa ist bei einem Drawdown (einer Verlustserie im Trading) von 20 Prozent bereits ein Profit von 25 Prozent erforderlich um wieder die Ausgangssumme zu erreichen. Sind 40 Prozent des Trading Kapitals verloren, so ist bereits ein Return von mehr als 66 Prozent erforderlich, um die Verluste auszugleichen! Hierbei handelt es sich um einfache mathematische Gewissheiten, die sich auf das Trading erheblich auswirken können.

Der Ruin ist aber nicht erst erreicht, wenn das gesamte Kapital verloren ist, sondern schon dann, wenn die gewünschte Trading-Strategie aufgrund der hohen Verluste nicht mehr handelbar ist. Die Positionsgröße ist daher beim Trading so zu wählen, dass auch eine größere, aus statistischer Sicht unvermeidbare Verlustserie nicht den Ruin bedeutet. Es gilt, einen sinnvollen Kompromiss zwischen Kontowachstum und Sicherheit zu finden. Klar ist, dass ein Trader nur dann seine Ziele erreichen kann, wenn er auch langfristig am Markt aktiv bleibt. Den Ruin zu vermeiden hat demnach höchste Priorität beim Trading.

Die ideale Positionsgröße bemisst sich prozentual an der Größe des Trading-Kontos und repräsentiert eine Mischung aus den Zielen Kapitalwachstum und Verlustbegrenzung. Sie führt auch bei mehreren aufeinanderfolgenden Verlusttrades nicht zum Totalverlust, erlaubt aber dennoch ein moderates Kapitalwachstum. Werden mehrere Positionen parallel und auf dem gleichen System basierend in der gleichen Marktsituation gehandelt, so sollten diese Trades wie eine einzelne Position betrachtet werden, da sonst das Risiko praktisch multipliziert wird.

Money-Management

Das Thema Money-Management ist eines der wichtigsten Gebiete im Bereich des Forex- Handels. Denn ohne eine durchdachte Geldverwaltung wird man früher oder später sein Handelskonto an die Wand fahren und Verluste erleiden. Es reicht nicht aus, zu wissen, wie die Technische und Fundamentale Analyse funktioniert. Damit kann man zwar erfolgreiche Trades machen, jedoch schützt das nicht vor einem Totalverlust. Es ist eigentlich ganz einfach zu verstehen. Hat man mit den verschiedenen Analyse- Methoden den perfekten Zeitpunkt für den Einstieg in einen Trade gefunden, muss dies noch lange nicht bedeuten, dass der Devisenkurs auch in die gewünschte Richtung geht. Der Kursverlauf kann auch genau in die andere Richtung gehen, denn alle Analysen liefern immer nur Prognosen, in die Zukunft kann keiner blicken. Dreht nun der Kurs, fährt man Verluste ein. Würde man diese Verluste nun nicht begrenzen, wäre das Handelskonto beim Forex-Broker sehr schnell leer.

Das Ziel vom Money-Management ist es, Verluste zu begrenzen und Gewinne laufen zu lassen. Dies bedeutet, dass man sich schon vor einem Trade darüber Gedanken macht, bei welchem Punkt man wieder aussteigt, wenn der Kurs in die falsche Richtung geht. Die Zauberworte an dieser Stelle heissen Stop-Loss (Verlustbegrenzung) und Take-Profit (Gewinnmitnahme).

Wo sollte man nun den Stop-Loss setzen? Dies hängt natürlich in erster Linie davon ab, wie viel Geld man für einen Trade riskieren möchte. Man sollte möglichst nur einen Bruchteil seines Handelskontos für einen einzelnen Trade aufs Spiel setzen. Natürlich sollte der Stop-Loss aber so hoch sein, dass man nicht sofort ausgestoppt wird. Ist der Devisenkurs in einer heissen Phase stark am schwanken, dann gibt es oft vereinzelte Kurssprünge in die Richtung des Stop-Loss, die im nächsten Moment wieder drehen können. Hier läuft man dann Gefahr, dass die Position am Stop-Loss geschlossen wird und man so den Gewinn im Fall eines Umschwungs verpasst, auf den man spekuliert hat. Ein weiterer Ansatzpunkt für den Stop-Loss kann eine Unterstützungslinie sein. An dieser Linie könnte der Kurs wieder drehen und in die gewünschte Richtung laufen. Geht der Kurs aber unter die Unterstützungslinie, dann geht es vielleicht noch stärker bergab. Daher kann man den Stop-Loss auch leicht unterhalb einer möglichen Unterstützungslinie setzen.

Das Gegenstück zum Stop-Loss ist der Take-Profit. Darunter versteht man die Gewinnmitnahme im Erfolgsfall. Aber warum sollte man das tun? Beim Stop-Loss macht es Sinn, wenn man die Verluste begrenzen will. Aber warum sollte man seine Gewinne begrenzen? Nun, dies ist ebenfalls ganz einfach. Wenn der Devisenkurs in die richtige Richtung geht und steigt, bedeutet dies noch lange nicht, dass der Kurs endlos diese Richtung beibehält. Früher oder später wird der Kurs wieder drehen und eine andere Richtung einschlagen. Zögert man zu lange, verpasst man den Gewinn und gerät vielleicht sogar wieder in die Verlustzone. Daher ist es wichtig, sich einen geeigneten Punkt zu suchen, bei dem man wieder aussteigt und seinen Gewinn sichert.

Wo sollte man den Take-Profit setzen? Nun, dies ist natürlich schwierig, natürlich will man nicht zu früh aussteigen, aber natürlich auch nicht zu spät. Ein erster Anhaltspunkt ist der Stop-Loss. Hat man einen Stop-Loss von 10 Pips gewählt, dann sollte der Take-Profit 10 Pips und mehr betragen. Denn sonst wäre das Risiko im Verhältnis zum erwarteten Gewinn zu hoch. Ein weiterer Anhaltspunkt für den Take-Profit kann eine Widerstandslinie sein, hier könnte der Kurs vermutlich drehen, daher setzt man den Take-Profit leichtunterhalb des möglichen Widerstands.